Mittwoch, 18.06.
Das Kind hatte heute noch Schule und ich könnte auch erst am Nachmittag Feierabend machen. Aber dann wurden die wichtigsten Reiseutensilien in Euroboxen eingepackt, die uns zusammen mit der umgeklappten Rückbank heute als Bettunterlage dienen sollte. Als Matratze diente ins der Schaumstoff-Topper aus dem Dachzelt der Nachbarn, den wir uns für unsere erste Nacht und Ford Tourneo Connect ausleihen durften. Das Kind erzählte unseren Nachbarn, dass wir jetzt nach Gran Canaria fahren, morgen aber schon wiederkommen würden. Das Erstaunen auf der Empfängerseite war dementsprechend groß.
Drei Stunden und vier Bibi & Tina folgen später entschieden wir uns die selbstgemachten Brote in der Kühlbox zu lassen und stattdessen bei McDonalds in Alkmaar zu Abend zu essen. Außerdem bot der Spielplatz dem Kind noch ausreichend Möglichkeiten, sich nach der Autofahrt auszutoben.
Ein paar Minuten später erreichten wir unseren Schlafplatz, den Parkeerplaats Oldenborghweg. Hier kann man kostenlos Parken, durch die Dünen wandern oder mit dem Fahrrad ins Dorf Egmond aan Zee bzw. zum Strand radeln, den man in ein paar wenigen Minuten mit dem Rad erreicht. Campen ist hier natürlich nicht erlaubt, aber unseren Hochdachkombi erkennt man als solchen nicht. Mit wenigen Handgriffen war dann das Bett hergerichtet und die Campingtoilette mit Tüte und Katzenstreu neben dem Auto und im Schutz des Waldrandes platziert. Josefine wollte noch die Gegend erkunden und zwang mich die Dünen zu erklimmen. Zu meinem Leid trafen wir auf eine anhängliche Katze, die uns von den Dünen bis zum Auto folgte. Och nö, hatte ich mich doch auf einen pferde-, hunde- und vor allem katzenfreien Ausflug gefreut. Das Kind bestand glücklicherweise nicht darauf die Katze mit ins Auto zu nehmen. Vor dem Schlafen gehen putzten wir uns draußen die Zähne und versuchten die Mücken abzuwehren. Die größte Herausforderung war es jedoch, dass Autoinnere insektenfrei zu halten.
Josefine war begeistert. Durch das Panoramafenster des Autos konnte Fledermäuse beobachten, die hier aufgrund der Insektenpopulation ein wahres Festessen vorfanden. Und so dauerte es auch noch bis 0 Uhr, bis das Kind eingeschlafen war.
Donnerstag, 19.06.
Es war ganz schön kalt geworden hier im Rand der Dünen. Und trotzdem waren die Tagesdecken warm genug und das Auto war überraschenderweise nicht von innen beschlagen. Josefine wollte bereits um 6:30 Uhr los, ihren Opa überraschen, der zusammen mit einem Freund eine Woche in Egmond verweilte. Und so half nur ein Kinderfilm, den Josefine sich auf dem Tablet anschauen durfte, um die Zeit zu überbrücken, während ich versuchte noch etwas weiter zu dösen. Denn so früh konnten wir nicht bei Opa einfallen.
Nach dem Frühstück im Auto machten wir uns auf zu Strand.
Wir parkten direkt am Strand Parkplatz am Ende bzw. Anfang der Vorstraat, der Haupteinkaufsstrasse in Egmond. Opa Rudi hatte nach dem Aufstehen überrascht unseren WhatsApp Status entdeckt und meldet sich mir der Frage, wann wir zum Frühstück vorbeikommen wollen. Und wir waren ja bereits unterwegs. Um der Männer-Zweckgemeinschaft noch die Chance zu geben, aus den Schlafanzügen zu steigen und sich zurecht zu machen, trödelten wir langsam an den geschlossenen Geschäften vorbei, besuchten den kleinen Wochenmarkt und kauften beim Bäcker Brötchen fürs Frühstück.
Mit frischen Brötchen im Gepäck stürmte Josefine freudig die Unterkunft der beiden Knobelkumpel und schloss ihren Opa fest in die Arme. Wir blieben Rund eine Stunde, bevor wir uns wieder auf dem Weg zum Strand machten.
Na endlich! Das Kind hielt ihr geliebtes Schatztruhen Eis aus unserer Lieblings-Beachbar in der Hand und ich suchte mir einen gemütlich Platz mit einem alkoholfreien Heineken. Zum Mittagessen gönnten wir uns. Pommes, Toasties und eine XXL-Frikandel, die für staunende Blicke bei unseren Tischnachbarn sorgten. Eine kleine Mittagspause verbrachten wir im und am Auto und legten uns eine halbe Stunde hin, bevor wir wieder an den Strand gingen. Diesmal musste ich nur einen Sandeimer und Schüppen kaufen, an den Strandklappstuhl hatte ich diesmal nämlich gedacht und konnte gemütlich das Kind am Wasser beobachten. Erst am Nachmittag kam dann die Sonne raus und bescherte uns doch noch einen herrlichen Reststrandtag.
Um 17 Uhr besuchten wir nochmal Opa Rudi, der am Abend ins Restaurant Vlackbij wollte. Für das Kind ist die Speisekarte dort nichts, deshalb verabschiedeten wir uns von den Herren, schlenderten über die Vorstraat zurück zum Strand und gönnten uns noch ein Softeis.
Nach einer letzten Runde am Strand wurde das Auto kurzerhand vom Mittagsschlafmodus in den Fahrmodus umgewandelt und so saßen wir 19 Uhr im Auto zurück nach Essen.