Das Wohnmobil der kleinen Leute…

… der Hochdachkombi. Mobilität beim Reisen. Mobilität um zu reisen. Seit ich 16 Jahre alt bin bewege ich mich mit dem Motorrad fort. Zugegeben, mit einer BMW GS 1200 ADV kann man nicht nur Großeinkäufe erledigen, auch der ein oder Baumarktbesuch lässt sich damit abwickeln. 2,50 Meter Dachlatten über Seitenkoffer und Motorblock gelegt, lassen sich problemlos transportieren. Doch das Motorrad habe ich mir eigentlich angeschafft, um damit in den Urlaub zu fahren und Motorradtouren zu machen.

Im Laufe der Zeit spielt aber auch bei mir Bequemlichkeit eine Rolle. Mal nicht nass werden, nicht im Zelt schlafen müssen und das Geld für eine Unterkunft sparen und dafür in einer windgeschützten Karosserie sitzen oder schlafen. Ich spielte schon lange mit dem Gedanken, mir ein Wohnmobil oder Campingbus anzuschaffen. Aber finanziell ist das gar nicht so einfach zu stemmen. Und immer wieder die Frage, lohnt sich das überhaupt? Denn momentan sind die weitentfernten Reisezeile eher mein Anlaufpunkt. Und wenn man so recherchiert stößt man irgendwann auf die Sparvariante zum Wohnmobil, nämlich dem ausgebauten alltagstauglichen Hochdachkombi. Durch Zufall sah ich einen gebrauchten 105 PS starken VW Caddy als Dieselfahrzeug mit Automatikgetriebe. Zugegeben, etwas teurer als Berlingo, Kangoo und Co, aber nicht zu vergleichen mit einem VW-Bus. Also zugegriffen. Im Januar 2016 durfte ich den knallroten Caddy mein eigen nennen.

Auf der Suche nach einer Campingbox bei den bekannteren Anbietern wie Ququq, Dielectric und Vanessa bin auch noch auf die Swissroombox, die Campingbox von Sipras und die Schlafmöglichkeit von Autohimmelbett gestoßen. Gut verarbeitet und vor allem easy zu bedienen, aber auch nicht ganz billig, sieht für mich die Box von Ququq aus, die auch schnell zu meinem Favoriten wurde. Aber ein Nachteil hat diese Box für mich. Ich kann sie nur zur Schlafmöglichkeit nutzen, nicht aber als zusätzliche Sitzfläche.

campingbox01Foto: Copyright ququ.info

Durch Zufall wurde ich auf die Campingbox von Smartcamp, einem polnischen Startup aufmerksam und nahm per Facebook Kontakt mit Pawel auf. Und schnell wurde klar, diese Box sollte es sein. Durch die Einbaumöglichkeiten ist diese auch als Sitzfläche bzw. einer Kombination aus Schlaf- und Sitzfläche nutzbar. Genial. Der Preis für das Bett-, Küchen- und Sanitärmodul inkl. Sonnenschild und Vorhängen für die Fenster beläuft sich auf 2099 EUR (Stand Januar 2016). Ich habe mir die Box individuell zusammengestellt, Technik und Sonnenschild weggelassen und eine individuellen Preis inklusive Versand per Spedition aus Polen ausgehandelt. Zum Preis nur so viel, dieser war einige Hundert Euro günstiger.

Leider gab es bei der Holzlieferung ein paar Probleme, so dass sich die Lieferung von vier auf zwölf Wochen verzögerte, allerdings wurde ich immer über den Stand der Dinge auf dem Laufenden gehalten und gefragt, ob ich die Bestellung aufrecht erhalten möchte. Ja, das wollte ich und als Dankeschön für meine Ausdauer bekam ich  nach Fertigstellung sogar noch das ein oder andere nützliche Goodie mitgeschickt.

Die Box wurde minutengenau zum verabredeten Zeitpunkt und bereits vormontiert von einer Spedition geliefert, so dass der Einbau auch Dank der Anleitung für uns zu zweit problemlos war. Ein paar Sitzbankschrauben, Kopfstützen und die Gurte der letzten Sitzbank gelöst, schon war der EInbau so gut wie erledigt. Die Box selbst ist mit dem Fahrzeug verschraubt und sitzt bombenfest. Der Vorteil an dieser Konstruktion ist wie gesagt die individuelle Nutzung. Und so sieht die Box bei mir im Auto aus.

Braucht man die Schlaffläche oder die Sitzbank nicht, ist in ein paar Sekunden die Rückbank wieder nutzbar. Einzige Einschränkung –  und dessen muss man sich bewusst sein: die dritte Sitzreihe fällt aus und der Kofferraum ist durch die festinstallierte Box nur eingeschränkt nutzbar. Wer die Box nur für geplante Trips nutzt, kann diese aber problemlos wieder abschrauben und nach Bedarf einbauen. Ich will mir die spontane Schlafmöglichkeit nicht nehmen lassen und die Box bleibt im Wagen. Der  Stauraum soll dann in Kürze durch die Dachgepäckträger und einer Dachbox ergänzt werden.

Um sich einen Eindruck von den Variation der Smartcamp-Box zu verschaffen, veröffentliche ich an dieser Stelle mal die Übersicht des Anbieters.

campingbox05

Foto: Copyright smartcamp.pl

Wer Interesse an dieser Box hat, kann sich am besten per Facebook an den Hersteller wenden. Über die erste Tour mit der Campingbox werde ich berichten. Die verschiedenen Hersteller bieten die Boxen für die verschiedensten Modelle an, von VW Bus über Mercedes Vito bis zu allen gängingen Hochdachkombis. Sollte euer Modell nicht dabei sein, schreibt einfach mal die Hersteller an. Häufig werden individuelle Anpassungen angeboten. Bei Smartcamp ist das zumindest der Fall.

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